Grundlagen
Was ist eine IP-Kamera?
Wie IP-Kameras arbeiten, was sie von Webcams und analogem CCTV unterscheidet und welche Begriffe Sie kennen sollten.
Artikel lesenFernzugriff
Es gibt mehrere Möglichkeiten, von unterwegs auf Kameras zuzugreifen. Dieser Ratgeber zeigt die Unterschiede zwischen Cloud/P2P, VPN, Browserzugriff und Portweiterleitung – mit Blick auf Sicherheit und Zuverlässigkeit.
Im eigenen Heim- oder Büronetz können Smartphone, Notebook und Aufzeichnungs-PC private Adressen wie 192.168.x.x direkt erreichen. Sobald Sie das WLAN verlassen und beispielsweise Mobilfunk oder ein fremdes Netzwerk verwenden, existiert dieser direkte Weg nicht mehr.
Für den Zugriff von außen braucht es deshalb eine sichere Verbindung zwischen Ihrem entfernten Gerät und dem Kamerasystem. Je nach Aufbau übernimmt das ein Cloud-Dienst des Herstellers, ein VPN, der Fernzugriff eines NVR oder ein Webserver wie Security Eye Web Access.
Viele Kameras für den Privatbereich werden mit einer Hersteller-App eingerichtet. Nach der Kopplung mit dem Benutzerkonto kümmert sich der Dienst um die Verbindung von außen. In der Regel müssen Sie keine Portweiterleitung im Router anlegen.
Vorteile: Die Einrichtung ist meist einfach, mobile Apps sind gut integriert und der Zugriff funktioniert oft auch bei wechselnder öffentlicher IP-Adresse oder Carrier-Grade NAT.
Nachteile: Sie sind vom Konto, der Infrastruktur, den Datenschutzregeln und der langfristigen Produktpflege des Herstellers abhängig. Außerdem schränken manche Cloud-Kameras den direkten lokalen Stream für Drittsoftware ein.
Wenn der Anbieter Mehrfaktor-Authentifizierung unterstützt, sollten Sie sie aktivieren. Verwenden Sie außerdem ein eigenes Passwort, das nicht bereits für E-Mail, Shops oder andere Dienste benutzt wird.
Ein VPN stellt eine verschlüsselte Verbindung in Ihr Heim- oder Büronetz her. Nach erfolgreicher Anmeldung kann sich das Smartphone oder Notebook – abhängig von den VPN-Regeln – so verhalten, als wäre es lokal verbunden. Sie müssen dann nicht jede einzelne Kamera öffentlich erreichbar machen.
Diese Variante ist besonders interessant, wenn Sie die Netzwerkzugriffe selbst kontrollieren möchten. Sie setzt allerdings einen Router, eine Firewall oder einen VPN-Server voraus, den Sie zuverlässig administrieren und aktuell halten können. Beschränken Sie die Berechtigungen auf das, was für den Kamerazugriff wirklich nötig ist.
Security Eye enthält einen browserbasierten Webzugriff. Im Programm lässt sich Web Access zunächst für das lokale Netzwerk aktivieren; für den Internetzugriff gibt es separate Einstellungen und einen Assistenten für die Routerkonfiguration.
Richten Sie zuerst den lokalen Zugriff ein und testen Sie ihn von einem zweiten Gerät im selben LAN. Wenn Anmeldung und Videobild dort stabil funktionieren, können Sie sich mit der externen Erreichbarkeit beschäftigen.
Bevor Web Access aus dem Internet erreichbar wird, legen Sie einen Security-Eye-Benutzer mit einem starken Passwort an. Das ältere Handbuch nennt für den Standardbenutzer admin ein leeres Kennwort. Eine öffentlich erreichbare Installation darf niemals mit einem leeren oder werkseitigen Passwort betrieben werden. Weitere Details stehen in der Web-Access-Anleitung.
In älteren Kameraanleitungen wird häufig empfohlen, einen Port des Routers direkt auf Kamera oder Rekorder weiterzuleiten. Technisch kann das funktionieren. Gleichzeitig stellen Sie damit aber einen Dienst ins öffentliche Internet. Wie sicher dieser ist, hängt von Software, Authentifizierung, Verschlüsselung, Updates und Routerkonfiguration ab.
Veröffentlichen Sie deshalb nicht einfach die Administrationsoberfläche einer Kamera, nur weil das schnell einzurichten ist. Nutzen Sie nach Möglichkeit eine vom Hersteller vorgesehene sichere Fernzugriffslösung oder ein VPN. Wenn Portweiterleitung bewusst erforderlich ist, geben Sie nur den nötigen Dienst frei, verwenden Sie starke Zugangsdaten und halten Sie die beteiligte Software aktuell.
Für vernetzte Kameras gelten dieselben Grundregeln wie für andere sensible Netzwerkgeräte: starke individuelle Passwörter, aktuelle Firmware, ein abgesichertes Heimnetz und nur so viele externe Dienste wie nötig. Die US-amerikanische FTC fasst solche Maßnahmen ebenfalls in ihrer Anleitung How To Secure Your Home Security Cameras zusammen.
Für das Ansehen von außen ist vor allem der Upload am Kamerastandort wichtig. Dort muss das Video das lokale Netzwerk verlassen. Ein hochwertiger Hauptstream mit mehreren Mbit/s kann für ein Smartphone unnötig viel Bandbreite verbrauchen.
Viele Kameras bieten deshalb einen zweiten Stream mit niedrigerer Auflösung oder Bitrate. Der Hauptstream kann lokal in hoher Qualität aufgezeichnet werden, während für den Fernzugriff ein leichterer Substream verwendet wird. Wenn das Bild unterwegs ruckelt, testen Sie zuerst eine niedrigere Fernansichts-Bitrate, statt sofort die Qualität der lokalen Aufzeichnung zu reduzieren.
| Symptom | Was Sie prüfen sollten |
|---|---|
| Im Heim-WLAN funktioniert es, über Mobilfunk nicht | Lokale Einrichtung ist wahrscheinlich in Ordnung. Prüfen Sie Remote-Dienst, Konto, VPN, öffentliche IP beziehungsweise Routerkonfiguration. |
| Nach Wechsel von Router oder Internetanbieter ausgefallen | Öffentliche IP, Portregeln, UPnP, Firewall oder CGNAT können sich geändert haben. |
| Anmeldeseite erscheint, Videobild fehlt | Stream, Browser, Authentifizierung, Verschlüsselung und Firewall prüfen. |
| Fernbild ist sehr langsam | Upload am Kamerastandort, Stream-Bitrate, lokales WLAN und Mobilfunkverbindung kontrollieren. |
| Eine Kamera funktioniert, eine andere nicht | Kameraspezifische Stream-URL, Zugangsdaten, Netzwerkregeln oder Kompatibilität prüfen. |
Ein guter Fernzugriff ist nicht nur bequem, sondern auch kontrollierbar. Entfernen Sie alte Benutzer, nicht mehr verwendete Geräte und unnötige Freigaben, statt sie jahrelang offen zu lassen.
Security Eye ist eine Videoüberwachungssoftware für Windows. Sie unterstützt IP-Kameras und Webcams, Videoaufzeichnung, Bewegungserkennung, Zeitpläne, Benachrichtigungen und den Zugriff per Browser.