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Fernzugriff

Überwachungskameras aus der Ferne ansehen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, von unterwegs auf Kameras zuzugreifen. Dieser Ratgeber zeigt die Unterschiede zwischen Cloud/P2P, VPN, Browserzugriff und Portweiterleitung – mit Blick auf Sicherheit und Zuverlässigkeit.

Von der Redaktion · Aktualisiert am · 12 Min. Lesezeit

Kurz erklärt: Für den Zugriff von unterwegs gibt es mehrere Wege. Hersteller-Apps mit Cloud/P2P sind meist am bequemsten, ein sauber eingerichtetes VPN bietet viel Kontrolle, und Security Eye stellt mit Web Access einen browserbasierten Zugriff bereit. Kamera- oder Rekorderoberflächen sollten nicht unnötig direkt ins Internet gestellt werden.

Warum funktioniert die Kamera im WLAN, aber unterwegs nicht?

Im eigenen Heim- oder Büronetz können Smartphone, Notebook und Aufzeichnungs-PC private Adressen wie 192.168.x.x direkt erreichen. Sobald Sie das WLAN verlassen und beispielsweise Mobilfunk oder ein fremdes Netzwerk verwenden, existiert dieser direkte Weg nicht mehr.

Für den Zugriff von außen braucht es deshalb eine sichere Verbindung zwischen Ihrem entfernten Gerät und dem Kamerasystem. Je nach Aufbau übernimmt das ein Cloud-Dienst des Herstellers, ein VPN, der Fernzugriff eines NVR oder ein Webserver wie Security Eye Web Access.

Methode 1: Hersteller-App mit Cloud oder P2P

Viele Kameras für den Privatbereich werden mit einer Hersteller-App eingerichtet. Nach der Kopplung mit dem Benutzerkonto kümmert sich der Dienst um die Verbindung von außen. In der Regel müssen Sie keine Portweiterleitung im Router anlegen.

Vorteile: Die Einrichtung ist meist einfach, mobile Apps sind gut integriert und der Zugriff funktioniert oft auch bei wechselnder öffentlicher IP-Adresse oder Carrier-Grade NAT.

Nachteile: Sie sind vom Konto, der Infrastruktur, den Datenschutzregeln und der langfristigen Produktpflege des Herstellers abhängig. Außerdem schränken manche Cloud-Kameras den direkten lokalen Stream für Drittsoftware ein.

Wenn der Anbieter Mehrfaktor-Authentifizierung unterstützt, sollten Sie sie aktivieren. Verwenden Sie außerdem ein eigenes Passwort, das nicht bereits für E-Mail, Shops oder andere Dienste benutzt wird.

Methode 2: Per VPN ins lokale Kameranetz

Ein VPN stellt eine verschlüsselte Verbindung in Ihr Heim- oder Büronetz her. Nach erfolgreicher Anmeldung kann sich das Smartphone oder Notebook – abhängig von den VPN-Regeln – so verhalten, als wäre es lokal verbunden. Sie müssen dann nicht jede einzelne Kamera öffentlich erreichbar machen.

Diese Variante ist besonders interessant, wenn Sie die Netzwerkzugriffe selbst kontrollieren möchten. Sie setzt allerdings einen Router, eine Firewall oder einen VPN-Server voraus, den Sie zuverlässig administrieren und aktuell halten können. Beschränken Sie die Berechtigungen auf das, was für den Kamerazugriff wirklich nötig ist.

Methode 3: Security Eye Web Access

Security Eye enthält einen browserbasierten Webzugriff. Im Programm lässt sich Web Access zunächst für das lokale Netzwerk aktivieren; für den Internetzugriff gibt es separate Einstellungen und einen Assistenten für die Routerkonfiguration.

Richten Sie zuerst den lokalen Zugriff ein und testen Sie ihn von einem zweiten Gerät im selben LAN. Wenn Anmeldung und Videobild dort stabil funktionieren, können Sie sich mit der externen Erreichbarkeit beschäftigen.

Bevor Web Access aus dem Internet erreichbar wird, legen Sie einen Security-Eye-Benutzer mit einem starken Passwort an. Das ältere Handbuch nennt für den Standardbenutzer admin ein leeres Kennwort. Eine öffentlich erreichbare Installation darf niemals mit einem leeren oder werkseitigen Passwort betrieben werden. Weitere Details stehen in der Web-Access-Anleitung.

Sicherheitstipp: Videoüberwachung ist sensibel. Wenn Ihr Netzwerk einen gut gepflegten VPN-Zugang bietet, kann es sinnvoller sein, Kamera und Rekorder nur intern erreichbar zu lassen und ausschließlich das VPN als Zugang von außen zu verwenden.

Methode 4: Portweiterleitung im Router

In älteren Kameraanleitungen wird häufig empfohlen, einen Port des Routers direkt auf Kamera oder Rekorder weiterzuleiten. Technisch kann das funktionieren. Gleichzeitig stellen Sie damit aber einen Dienst ins öffentliche Internet. Wie sicher dieser ist, hängt von Software, Authentifizierung, Verschlüsselung, Updates und Routerkonfiguration ab.

Veröffentlichen Sie deshalb nicht einfach die Administrationsoberfläche einer Kamera, nur weil das schnell einzurichten ist. Nutzen Sie nach Möglichkeit eine vom Hersteller vorgesehene sichere Fernzugriffslösung oder ein VPN. Wenn Portweiterleitung bewusst erforderlich ist, geben Sie nur den nötigen Dienst frei, verwenden Sie starke Zugangsdaten und halten Sie die beteiligte Software aktuell.

Sicher auf Überwachungskameras zugreifen

Für vernetzte Kameras gelten dieselben Grundregeln wie für andere sensible Netzwerkgeräte: starke individuelle Passwörter, aktuelle Firmware, ein abgesichertes Heimnetz und nur so viele externe Dienste wie nötig. Die US-amerikanische FTC fasst solche Maßnahmen ebenfalls in ihrer Anleitung How To Secure Your Home Security Cameras zusammen.

Wie schnell muss die Internetverbindung sein?

Für das Ansehen von außen ist vor allem der Upload am Kamerastandort wichtig. Dort muss das Video das lokale Netzwerk verlassen. Ein hochwertiger Hauptstream mit mehreren Mbit/s kann für ein Smartphone unnötig viel Bandbreite verbrauchen.

Viele Kameras bieten deshalb einen zweiten Stream mit niedrigerer Auflösung oder Bitrate. Der Hauptstream kann lokal in hoher Qualität aufgezeichnet werden, während für den Fernzugriff ein leichterer Substream verwendet wird. Wenn das Bild unterwegs ruckelt, testen Sie zuerst eine niedrigere Fernansichts-Bitrate, statt sofort die Qualität der lokalen Aufzeichnung zu reduzieren.

Lokal funktioniert alles, von außen aber nicht

SymptomWas Sie prüfen sollten
Im Heim-WLAN funktioniert es, über Mobilfunk nichtLokale Einrichtung ist wahrscheinlich in Ordnung. Prüfen Sie Remote-Dienst, Konto, VPN, öffentliche IP beziehungsweise Routerkonfiguration.
Nach Wechsel von Router oder Internetanbieter ausgefallenÖffentliche IP, Portregeln, UPnP, Firewall oder CGNAT können sich geändert haben.
Anmeldeseite erscheint, Videobild fehltStream, Browser, Authentifizierung, Verschlüsselung und Firewall prüfen.
Fernbild ist sehr langsamUpload am Kamerastandort, Stream-Bitrate, lokales WLAN und Mobilfunkverbindung kontrollieren.
Eine Kamera funktioniert, eine andere nichtKameraspezifische Stream-URL, Zugangsdaten, Netzwerkregeln oder Kompatibilität prüfen.

Fernzugriff richtig testen

  1. Prüfen Sie zuerst, ob Livebild und Aufzeichnung im lokalen Netz zuverlässig funktionieren.
  2. Richten Sie die gewünschte Fernzugriffsmethode mit starken Zugangsdaten ein.
  3. Testen Sie den Zugriff zunächst von einem zweiten Gerät im lokalen Netzwerk.
  4. Schalten Sie anschließend am Testtelefon WLAN aus und greifen Sie wirklich über Mobilfunk von außen zu.
  5. Prüfen Sie Anmeldung, Livebild, Abmeldung und gegebenenfalls Benutzer mit reinen Ansichtsrechten.
  6. Notieren Sie, wie sich der externe Zugriff im Notfall schnell wieder deaktivieren lässt.

Ein guter Fernzugriff ist nicht nur bequem, sondern auch kontrollierbar. Entfernen Sie alte Benutzer, nicht mehr verwendete Geräte und unnötige Freigaben, statt sie jahrelang offen zu lassen.

Security Eye mit den eigenen Kameras ausprobieren

Security Eye ist eine Videoüberwachungssoftware für Windows. Sie unterstützt IP-Kameras und Webcams, Videoaufzeichnung, Bewegungserkennung, Zeitpläne, Benachrichtigungen und den Zugriff per Browser.