Speicher
Wie lange speichern Überwachungskameras Aufnahmen?
Wovon die Aufbewahrungsdauer abhängt und wie Sie grob berechnen, wie viele Tage Ihr Speicher reicht.
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Für die Festplattengröße ist nicht allein die Auflösung entscheidend. Bitrate, Kamerazahl, tägliche Aufnahmezeit und gewünschte Aufbewahrungsdauer bestimmen den tatsächlichen Speicherbedarf.
Für kontinuierlich aufgezeichnetes Video eignet sich folgende Näherung:
Speicher (GB) ≈ Bitrate (Mbit/s) × 10,8 × Anzahl der Kameras × Tage.
Die Zahl 10,8 ergibt sich aus der Umrechnung von Megabit pro Sekunde in Bytes über 86.400 Sekunden eines Tages. Gerechnet wird dabei mit dezimalen Gigabyte.
Beispiel: Vier Kameras laufen durchschnittlich mit jeweils 4 Mbit/s und sollen 30 Tage lang kontinuierlich aufgezeichnet werden:
4 × 10,8 × 4 × 30 ≈ 5.184 GB, also rund 5,2 TB reine Videodaten. Für Dateisystem, Schwankungen und freie Reserve sollte das Laufwerk größer geplant werden.
| Ø Bitrate | Pro Tag | 7 Tage | 30 Tage |
|---|---|---|---|
| 1 Mbit/s | 10,8 GB | 75,6 GB | 324 GB |
| 2 Mbit/s | 21,6 GB | 151,2 GB | 648 GB |
| 4 Mbit/s | 43,2 GB | 302,4 GB | 1,30 TB |
| 8 Mbit/s | 86,4 GB | 604,8 GB | 2,59 TB |
| 12 Mbit/s | 129,6 GB | 907,2 GB | 3,89 TB |
Die Tabelle gilt für eine Kamera, die 24 Stunden am Tag mit der genannten durchschnittlichen Bitrate aufzeichnet. Bei variabler Bitrate kann der reale Verbrauch je nach Bewegung, Bildrauschen und Beleuchtung deutlich schwanken.
Eine 4K-Kamera hat keinen festen Speicherverbrauch. Zwei Kameras mit derselben Auflösung können völlig unterschiedliche Datenmengen erzeugen. Einfluss haben unter anderem:
Für die Speicherplanung ist deshalb die tatsächlich konfigurierte oder gemessene Bitrate wesentlich aussagekräftiger als die Auflösung allein.
Bei vier Kameras mit jeweils durchschnittlich 4 Mbit/s entstehen ungefähr 172,8 GB pro Tag:
Ein nominelles 6-TB-Laufwerk wäre für dieses vereinfachte 30-Tage-Beispiel ein möglicher Ausgangspunkt. Planen Sie aber nicht die komplette Nennkapazität ein. Formatierung, Systemdateien und Lastspitzen brauchen ebenfalls Platz.
Bei denselben 4 Mbit/s pro Kamera verdoppelt sich der Tagesverbrauch auf ungefähr 345,6 GB:
Genau deshalb sollten Kamerazahl und gewünschte Aufbewahrungsdauer immer gemeinsam geplant werden. Verdoppeln Sie die Anzahl vergleichbarer Kameras, verdoppelt sich grob auch der Speicherbedarf.
Bei einer ereignisgesteuerten Aufnahme kann der Speicherbedarf deutlich sinken. Zeichnet eine Kamera im Durchschnitt nur während 20 % des Tages auf, könnte der Verbrauch theoretisch ungefähr bei 20 % einer Daueraufnahme liegen.
In der Praxis sollten Sie diesen Anteil messen und nicht schätzen. Windbewegte Bäume, Straßenverkehr, Insekten vor der Linse oder schlecht abgestimmte Bewegungserkennung können eine vermeintliche Ereignisaufnahme fast in eine Daueraufnahme verwandeln.
Wenn statt 24 Stunden nur 12 Stunden pro Tag aufgezeichnet werden, halbiert sich der zeitabhängige Speicherbedarf ungefähr. Für ein Büro, das nur außerhalb der Öffnungszeiten überwacht werden soll, ist das oft planbarer als eine reine Bewegungserkennung.
Zeitpläne haben noch einen Vorteil: Der Speicherverbrauch lässt sich relativ gut vorhersagen, selbst wenn im Bild viel Bewegung stattfindet.
Für Beweissicherung sollten Sie in der Regel den Hauptstream verwenden, weil er die bessere Bildqualität und mehr Details liefert. Der Substream ist meist für eine flüssige Vorschau oder den Fernzugriff gedacht und arbeitet mit geringerer Auflösung, Bildrate oder Bitrate.
Ein sinnvoller Aufbau ist deshalb häufig: Hauptstream lokal aufzeichnen, Substream für die Anzeige von unterwegs nutzen. Nur den Substream zu speichern spart zwar Platz, kann im entscheidenden Moment aber Details kosten.
Planen Sie nicht bis auf das letzte beworbene Gigabyte. Windows benötigt freien Platz für Updates, temporäre Dateien und Logs. Auch der Aufnahmeordner sollte nicht bis auf wenige Megabyte volllaufen.
Bei einem PC mit mehreren Kameras ist ein separates Aufzeichnungslaufwerk oft sinnvoll. Dadurch konkurrieren Windows, andere Programme und große Videodateien weniger stark um denselben Datenträger.
Diese Messmethode berücksichtigt automatisch Ihre tatsächlichen Codecs, Bitraten, Lichtverhältnisse und Bewegungen. Sie ist deshalb verlässlicher als pauschale Tabellen nach dem Muster „1080p braucht immer X GB“.
Security Eye ist eine Videoüberwachungssoftware für Windows. Sie unterstützt IP-Kameras und Webcams, Videoaufzeichnung, Bewegungserkennung, Zeitpläne, Benachrichtigungen und den Zugriff per Browser.